Die U10 von Augsburg setzt sich die Krone auf

PT Sports Cup sorgt für viele Highlights auf und neben dem Platz
Artikel vom 8. Juni 2026
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Die Sensation war zum Greifen nah - sie flog buchstäblich durch die Luft. Beim 16. PT-Sports-Cup der Jugendabteilung des SC Verl hatte sich die E-2 des Gastgebers als „SC Verl Schwarz“ im Elitefeld von 100 Spitzenmannschaften aus der Bundesliga und dem Ausland nach grandioser Vorrunde schon sensationell in die Championsrunde der besten 24 Mannschaften vorgekämpft. Doch auch da war noch lang nicht Schluss.
Nach einem 2 : 0 Sieg gegen 1860 München, einem 0 : 5 gegen den Austria Wien (späterer Turnierfünfter), einem 1 : 3 gegen KV Mechelen (Belgien, Platz 7) einem 2 : 0 gegen Schalke 04 winkte den Jungs um das Trainerteam von Pascal Frickenstein mit dem Einzug ins Viertelfinale der letzten Acht die beste Verler Platzierung in der langen, immerhin 16-jährigen Cup-Historie. Es brauchte nur einen Sieg im letzten Gruppenspiele gegen Fortuna Düsseldorf, um die Sensation wahr zu machen. Nach ausgeglichenem Spielverlauf ohne Tore bot sich in der letzten Spielminute die Riesenchance. Nach einer überragenden Parade des gegnerischen Keepers kam einer der Schwarz-Weißen an den Ball, schoss auf’s Tor - und scheinbar blieb die Zeit stehen. Gebannt blickten alle heimischen Anhänger dem Flug der Lederkugel hinterher. Doch statt im Tor einzuschlagen und einen vermutlich bis Gütersloh auslösenden Jubel auszulösen, zischte die Kugel ganz knapp über die Latte. Statt um den Einzug ins Halbfinale spielte die E- 2 kurz darauf um Platz 11. Dies aber mit mehr Erfolg. Gegen die „kleinen Wölfe“ des VfL Wolfsburg um den neuen Profi-Chefcoach Tobias Strobl setzte sich der „SC Verl schwarz“ mit 1 : 0 durch. Das war das beste Ergebnis, das je ein Verler Team im Vergleich mit den Besten der Beste erzielt hatte. Dementsprechend stolz war Trainer Pascal Frickenstein als Sprachrohr der Mannschaft anschließend : „Das 0 : 0 gegen Düsseldorf war sehr ärgerlich. Da hat uns ein bisschen das Glück gefehlt. Wir waren so dicht am Viertelfinale. Es fehlte nur dieses ein Tor. Ich bin megastolz auf die Kinder. Das war ein überragender Saisonabschluss“. Zumal bei den Siegen gegen die NLZs von 1860 uns S04 auch die Leistung stimmt: „Wir versuchen, einen ähnlichen Fußball zu spielen, wie die Erste Mannschaft. Das ist einfach die Sport-Club DNA“.
Den ganz großen, niegelnagelneuen Riesenpokal für den Turniergewinner dufte in diesem Jahr der Nachwuchs des FC Augsburg entgegennehmen. In einem an Spannung und Dramatik nicht zu überbietenden Herzschlag-Finale besiegten die Bayern den italienischen Vertreter vom AC Mailand mit 2 : 1 nach Neunmeterschießen. Nach dem trotz hochkarätiger Möglichkeiten auf beiden Seiten in der zweimal neunminütigen Spielzeit keine Tore gefallen waren, musste die Entscheidung von Punkt fallen. Beide Torhüter parierten dabei Ball um Ball. Insgesamt zehn Schützen traten an; sieben Strafstösse wurden abgewehrt. Mit vier gehaltenen Elfmetern wurde der Augsburger Keeper Cassian Botzkowski nicht nur zum „Man of the Match“ des Finales, sondern auch zum „Torhüter des Turnieres“ ernannt. Neben dem Pokal für Rang 2 holte Dixon Morganella von den „Rossoneri“ des AC Mailand den Pokal für den „Besten Spieler“ des Turnieres. Im kleinen Finale um Platz 3 besiegte Eintracht Frankfurt im Bundesliga-Duell Union Berlin mit 3 : 0. Im Halbfinale hatten die Strafstoss-Spezialisten aus Augsburg 5 : 4 gegen Union gewonnen, Frankfurt musste sich Mailand mit 1 : 3 beugen. Beste Stimmung herrschte auch bei der ausrichtenden Jugendabteilung des SC Verl.
Nach zwei Tagen Powerfussball der „Stars von morgen in der Sportclub-Arena“ zogen Roland Droste und Markus Schilling an der Spitze des Orga-Teams ein extrem zufriedenes Fazit: „Das war ein super tolles Turnier, es gab keinen Ärger, alle haben toll mitgezogen. Die Mannschaften waren sehr diszipliniert, haben den FairPlay Gedanken toll umgesetzt. Deshalb sind wir als Ausrichter alle sehr entspannt“. Im Gegensatz zu den Vorjahren : „Standen auch nicht ständig drei Trainer bei uns, um über irgendwelche Schiedsrichterentscheidungen zu diskutieren. Das kam dazu und hat mit zur tollen Atmosphäre beigetragen“.
Selbstredend wurde unter den Schwarz-Weißen auch über die DFB-Pokalauslosung am Samstag diskutiert. SCV-Kapitän Niko Kijewski stellte am Rande des Turniers heraus : „Der HSV ist keine Übermannschaft. An einem guten Tag können wir uns sicherlich etwas ausrechnen“. Kiwi warb angesichts vieler offener Fragen rund um das Profiteam auch um Geduld und Vertrauen bei den eigenen Anhänger: „Die sportliche Führung hat immer ein gutes Händchen bewiesen. Vertraut ihnen einfach. Ich bin überzeugt davon, dass wir in der neuen Serie wieder eine starke Mannschaft haben werden“. Auch der bis Turnierende mit großem Interesse zuschauende Sport-Vorstand Zlatko Janjic war wie immer die Ruhe in Person: „Das Telefon ist am Mann. Es ist alles organisiert. Wartet einfach ein paar Tage ab“.
Präsentiert von Jens Dünhölter
