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Derby gegen Clarholz endet Remis

Harmann trifft doppelt für unsere Zweite

Artikel vom 4. April 2026

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    Nach dem 2:2 zwischen dem SC Verl II und Victoria Clarholz am Donnerstag waren nur die 285 Zuschauer zufrieden. Sie hatten auf dem Kunstrasenplatz an der Poststraße ein putzmunteres, spannendes Kreisderby in der Fußball-Oberliga gesehen. Die beiden Trainer waren es nicht.

    „Da war mehr drin, denn wir hatten ein klares Chancenplus.“ Für Christian Lichte schmeckte das Ergebnis schon deshalb „irgendwie bitter“, weil er den vermeintlich sicheren achten Tabellenplatz seiner Victoria (36 Punkte) mit Argwohn bewertet: „Denn wir haben, beginnend mit dem Spiel gegen Bielefeld II am Montag, ein brutales Restprogramm und gehen wegen der vielen Ausfälle auf dem Zahnfleisch.“ So ehrlich (und deshalb wohl auch nicht so ganz unzufrieden) müsse er schließlich sein, fügte Lichte hinzu: „Weil wir so viel wechseln mussten, konnten uns die Verler in den letzten zehn Minuten hinten reindrängen.“ Und hatten dabei durch den Kopfball von Jaden Garris nach einer Ecke von Harmann noch eine dicke Chance (90.+3).

    Dass Moritz Lamkemeyer noch tiefer in der Nachspielzeit den Ball tatsächlich noch zum dritten Mal für den SC Verl II über die Clarholzer Torlinie beförderte, sein Treffer vom guten Schiedsrichter Jonas Fischbach aber nicht anerkannt wurde, wurmte Robert Mainka: „Ich weiß wirklich nicht, ob das Abseits war.“ Für den Coach der abstiegsgefährdeten Drittligareserve (28 Punkte) hatte sich da „eher die scheinbar endlose Geschichte von Fehlentscheidungen gegen uns fortgesetzt“. Allerdings räumte Mainka („Wir müssen mit diesem Punkt zufrieden sein“) unverzüglich ein, dass der Tabellen-13. wegen seiner Unzulänglichkeiten den dringend benötigen Erfolg verpasst hatte und deshalb am Montag beim Rangfünften Münster II noch mehr in der Pflicht steht.

    An erster Stelle führte der Coach („Bis zum letzten Drittel spielen wir gut, dann wird es ungenau und fehlerhaft“) aber noch nicht einmal die fast schon naiv wirkende Verspieltheit seiner jungen Kicker an, die den Ball noch einmal und noch einmal ablegen wollen. Das 2:1 (68.) von Manuel Harmann war jedenfalls der erste nennenswerte Abschluss aus dem Spiel heraus. Zuvor waren die Gastgeber gegen die zweikampfstarken, in der Defensive gut organisierten, reifer wirkenden Clarholzer nur durch Freistöße gefährlich geworden. In der 20. Minute hatte Harmann mit einem von Sinan Aygün abgefälschten 25-Meter-Versuch das 1:0 erzielt, in der 39. war er knapp gescheitert.

    „Wir gehen mit 2:1 in Führung und kriegen eine Minute später den Ausgleich, weil nach einem Freistoß im Strafraum die Zuordnung fehlt, keiner mit hochgeht und den Kopfball unbedingt verhindern will“, schimpfte Mainka. Das von Rene Michen auf Vorlage von Sinan Aygün erzielte 2:2 der Clarholzer ärgerte den Verler Coach wegen „fehlender Konsequenz und Entschlossenheit“ noch mehr als das von Keeper Fabian Pekruhl mit einem Fehlpass „hergeschenkte“ 1:1 durch Julius Wiedemann (29.).

    Weil „das erste Gegentor unglücklich gewesen“ und dem zweiten „in der Entstehung ein ungeahndetes Foul gegen uns“ vorausgegangen sei, gab sich Christian Lichte mit der Leistung seiner Victoria umso zufriedener, als er den Substanzverlust in der Schlussphase mit dem Ausfall von fünf Stammspielern erklären könne. Ein klares Manko war indes auch für ihn die Abschlussschwäche bei dem von Dirk Flock mit einem Lattentreffer (11.) eröffneten guten Dutzend guter Torchancen.