Verl ließ seine Tugenden vermissen

Verl ließ seine Tugenden vermissen

Die Erste 31.03.2019

SPORTCLUB unterliegt beim Bonner SC mit 1:3 (0:2)

Mit 1:3 (0:2) kassierte der SC Verl eine verdiente Niederlage beim Bonner SC. Vor nur 511 Zuschauern im Bonner Sportpark Nord ließ der SPORTCLUB sämtliche Tugenden, die ihn zuletzt zu drei Siegen in Serie führten, vermissen. „Ich bin richtig sauer“, brauchte Verls Trainer Guerino Capretti gar nicht zu sagen, denn es war ihm deutlich anzusehen.

Von der ersten Spielminute an wirkte der SC Verl neben der Spur. Statt in Zweikämpfe zu gehen wurde der Gegenspieler zu oft begleitet, die Pässe waren ungenau und teilweise halbherzig, „zweite“ Bälle landeten fast ausschließlich beim Bonner SC. Den Gastgebern war hingegen von der ersten Sekunde anzumerken, dass sie hier den vierten Heimsieg in Serie wollen. „Wir hatten uns von Anfang an vorgenommen, aggressiv und gallig zu spielen. Unser Plan ist super aufgegangen“, stellte der im Januar bei den Bonnern eingestiegene, frisch gebackene Fußballlehrer Markus Zschiesche hinterher zufrieden fest.

Und wie der Plan aufging! Bereits in der 7. Minute fiel das 1:0. Der SC Verl hatte wieder den Ball nicht konsequent aus der Gefahrenzone geschlagen, David Bors kam etwa in Höhe der Strafraumgrenze mit dem Rücken zum Tor an den Ball. Er lief ein wenig parallel zum Tor, drehte sich schnell und schaffte es, den Ball durch die Beine der begleitenden Verteidiger des SC Verl aufs Tor zu bringen. Der hoppelte genau flach ins lange Eck, keine Chance für Robin Brüseke im Kasten, der den Schuss wohl sehr spät sah.

Auch beim zweiten Treffer bekam Bors etwas Hilfe seitens der Verler Verteidigung. Diesmal passte nach einem Einwurf der Bonner die Abstimmung nicht ganz, und mit der Brust legte ein Verler dem Bonner Stürmer den Ball quasi vor. Der nahm die Kugel auf, fand sich plötzlich allein im Strafraum vor Brüseke und verwandelte trocken zum 2:0 (23.).

Doch auch danach war beim SPORTCLUB wenig von Aufbäumen oder dem Willen, das Spiel noch drehen zu wollen, zu sehen. Bonn hingegen hatte Spaß an der Partie, bewegte sich viel besser, so dass die Zuschauer fast den Eindruck gewinnen konnten, die Hausherren hätten mindestens zwei Spieler mehr als der Gast auf dem Platz. So versuchte es „Rino“ Capretti mit Personalwechsel. Bereits nach einer halben Stunde nahm er mit Janik Steringer und Jan Schöppner die beiden unerfahrensten Spieler vom Feld und wollte mit Patrick Kurzen und Anton Heinz frischen Schwung einwechseln. Zudem stellte der Trainer vom 3-5-2 auf ein 4-4-2-System um.

Tatsächlich gelangen noch vor der Pause einige ganz ordentliche Angriffe, allerdings nur bis maximal auf Strafraumhöhe. Torgefahr ging vom SPORTCLB keine aus. Bonn hingegen hätte fast vor der Pause den Sack zugemacht, doch der Kopfball von Nico Perrey, der völlig unbedrängt an den Ball kam, senkte sich auf das Tornetz. „Das war eine richtig, richtig schlechte Hälfte“, konstatierte Capretti.

Nach der Pause lief es etwas besser seitens der Verler. Das Spiel pendelte jetzt zwischen den Strafräumen, doch immer noch wirkten die Gastgeber agiler, galliger, giftiger. Immerhin ging der SPORTCLUB aktiver in die Zweikämpfe, bemühte sich um den zweiten Ball. Tatsächlich gelang dann der Anschluss. Aygün Yildirim und Fabian Brosowski hatten sich auf Halbrechts durchgewurschtelt, irgendwie konnte Yildirim einen Pass zwischen den mitlaufenden Verteidigern auf den weiter innen marschierenden Brosowski durchstecken und Brosowski leitete den Ball, der wohl auch noch abgefälscht wurde, weiter ins lange Eck (68.).

Nur zwei Minuten später verpasste Sergej Schmik ganz knapp den Ausgleich. Diesmal hatte Bonn nicht sauber geklärt, der Ball kam irgendwie auf der rechten Strafraumseite zu Schmik, der den Ball nur knapp am langen Pfosten vorbei setzte (69.). „Wenn das Tor fällt, dann, glaube ich, hätten wir die Partie sogar noch gewonnen. Das wäre aber nicht verdient gewesen“, gestand „Rino“ Capretti in gewohnt sportlicher-fairer Manier.

Aber Schmik verpasste knapp. Stattdessen traf Bonn. Verl bekam nach einer Flanke von rechts keinen Zugriff, der Ball erreicht Vincent Stenzel am langen Pfosten, der mit wuchtigem Kopfstoß den Ball an die Unterkante der Latte knallte. Von dort sprang der Ball auf den Boden, danach wieder ins Spielfeld. Linienrichter David Hennig hob aber ohne zu zögern die Fahne, er hatte den Ball klar im Tor gesehen – 3:1 für Bonn (71.)

Verl warf am Ende noch einmal alles nach vorne, zeigte in den letzten 15 Minuten der Partie mehr Kampfgeist, doch das Aufbäumen wurde nicht mehr belohnt. „Unglaublich diese Leistung. Wir haben keine Mentalität gezeigt, keine Zweikämpfe angenommen. Ich bin richtig sauer“, ärgerte sich auch Janik Schröder nach der Partie.  Trainer Capretti meinte: „Wir sind hier nach dem Motto aufgetreten, dass es schon irgendwie klappt, eine völlig falsche Einstellung. Zudem haben wir enorm viele individuelle Fehler gemacht. Alle Spieler in Normalform, dann hätten wir hier was holen können, aber heute war eigentlich keiner in Normalform bei uns.“

Kommenden Samstag steht das nächste Auswärtsspiel an. Da muss der SPORTCLUB an den Niederrhein und beim SV Straelen Farbe bekennen.

 

Bonner SC: Michel – Omerbasic, Perrey, Mvondo, Wipperfürth – Stoffels (72. Fillinger), Mwarome, Salman – Najar (81. Hirsch), Stenzel, Bors (68. Somuah). 

SC Verl: Brüseke – Mikic, Steringer (30. Kurzen), Stöckner – Schmik, Schallenberg, Schröder, Schöppner (30. Heinz/72. Sansar), Stojanovic – Yildirim, Brosowski. 

Tore: 1:0 Bors (7.), 2:0 Bors (23.), 2:1 Brosowskt (68.), 3:1 Stenzel (71.).

Gelbe Karten: Omerbasic – Kurzen, Yildirim, Schallenberg

Bonner SC

3 : 1

SC Verl

Samstag, 30. März 2019 · 14:00 Uhr

Regionalliga West · 27. Spieltag

Schiedsrichter: Julian Engelmann Assistenten: Kathrin Heimann, David Hennig Zuschauer: 511

Startaufstellung

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