Kampfstark gegen den Spitzenreiter

Kampfstark gegen den Spitzenreiter

Die Erste 27.10.2018

SPORTCLUB unterliegt Viktoria Köln 2:3

Zwei Elfmeter, eine Rote Karte, fünf Tore – die Partie zwischen dem SC Verl und Tabellenführer Viktoria Köln hätte definitiv mehr Zuschauer verdient als nur 823, die in der SPORTCLUB Arena rassigen Regionalliga-Fußball zu sehen bekamen. Allerdings mit einem unglücklichen Ende für den heimischen SC Verl, der dem Aufstiegsfavoriten 2:3 (1:2) unterlag.

Gästetrainer Patrick Glöckner sprach im Anschluss der Partie vom besten Saisonspiel, das seine Mannschaft in Verl auf den Platz gebracht hatte, zumindest bis zur Roten Karte. Die fing sich Viktorias Torjäger Mike Wunderlich nach gut einer Stunde wegen einer Tätlichkeit ein. „In Unterzahl war unser Spielfluss zerstört. Es war ein gutes und spannendes Spiel“, so der Gäste-Coach.

Wunderlich hatte zu dem Zeitpunkt allerdings bereits zweimal getroffen. „Eigentlich waren wir gut gestartet“, analysierte Verls Trainer Guerino Capretti später, „hatten alles im Griff. Doch dann zeigte sich die individuelle Klasse, die Köln hat. Die haben unseren ersten Fehler in der Defensive gleich eiskalt ausgenutzt.“ Und zwar in Person von Wunderlich, dem der Ball auf Grund einer kleinen kurzzeitigen Unordnung in der Verler Abwehr gut 18 Meter vor dem Tor vor die Füße fiel. Das nutzte er aus und jagte den Ball zur Führung in den Giebel (11.). Und als die Viktoria wenig später nach einem Foulspiel im Strafraum von Schiri Florian Visse einen Elfmeter zugesprochen bekam, jagte der Goalgetter der Kölner den Strafstoß trocken in den Winkel (24.), keine Chance für Luis Klante, der den verletzten Robin Brüseke zwischen den Pfosten vertrat.

„Zu dem Zeitpunkt war es dann richtig, richtig schwer, sich gegen eine Spitzenmannschaft noch einmal zu motivieren und noch einmal Gas zu geben“, lobte Capretti, dass sich seine Elf nicht aufgab. Und der Kampfgeist wurde schnell belohnt. Nur zwei Minuten nach dem 0:2 sprang eine Flanke von Matthias Haeder einem Kölner Abwehrspieler im Strafraum an die Hand – Elfmeter für den SC Verl. Jannik Schröder behielt die Nerven und stellte den Anschluss wieder her (27.).

Im Anschluss wogte die Partie hin und her. Den Distanzschuss von Patrick Kurzen parierte Viktoria-Keeper Patzler, ein Angriff über Jan Lukas Liehr und Haeder konnte die Viktoria an der Grundlinie ausbremsen, und als Liehr aufs Tor ziehen wollte, wurde er gerade noch gebremst. Aber auch die Kölner hatten noch Chancen. Ein Kopfball strich knapp am Verler Kasten vorbei, Derflingers Schuss verfehlte ebenfalls knapp das Verler Gehäuse, und schließlich durfte sich Klante auch einmal richtig beweisen, als er einen Distanzschuss von Saghiri mit feiner Parade entschärft.

„In der Pause hat sich die Mannschaft geschworen, alles zu versuchen, um noch etwas zu holen“, berichtete Capretti später. Und tatsächlich bestimmte zunächst der SC Verl die Partie nach der Pause, setzte sich ein wenig in der Kölner Hälfte fest. Lediglich ein klarer Abschluss fehlte. Umso bitterer, als sich die hinteren Reihen der Verler im Aufbau einen dummen Ballverlust leisteten, den Viktoria mit einem schnellen und clever ausgespielten Konter beantwortete. Am Ende hatte Derflinger wenig Probleme, das 3:1 für die Viktoria zu erzielen (53.).

Dennoch steckte die Heimelf nicht auf. „Auch nach dem 1:3 haben wir alles versucht“, lobte Capretti. Kurz darauf kassierte Wunderlich seine Rote Karte. „Solche Unsportlichkeiten gehören sich nicht“, entschuldigte sich selbst Glöckner nach dem Abpfiff für die Aktion seines Toptorjägers. Verl steigerte den Druck, doch Köln verteidigte clever. Dann eine Doppelchance: Zunächst parierte der Kölner Keeper einen Schuss von Stephan Langemann nach Vorarbeit von Haeder, nur Sekunden später jagte Kurzen den Ball von der Strafraumgrenze knapp am Kasten vorbei.

Die wohl größte Chance hatte Haeder, der den Ball wenige Meter vor dem Tor nicht sauber traf und in den Verler Himmel schoß. Bei so viel Offensivpower der Verler kam Köln vereinzelt zu Kontern, richtig gefährlich war allerdings eigentlich nur Derflingers Schuss innerhalb des Strafraums aus der Drehung, der aber knapp am Tor vorbeiging. Verl blieb am Drücker, doch es gelang einfach nicht, den Anschluss zu erzielen. Erst gegen Ende der Nachspielzeit jagte Basti Müller eine feine Flanke von Haeder aus 16 Metern volley ins Tor. „Wenn das Tor zehn, 15 Minuten eher gefallen wäre, bin ich sehr sicher, dass wir auch den Ausgleich noch geschafft hätten“, meinte Capretti später, der insgesamt von einer guten Leistung seiner Mannschaft sprach – auch wenn er nicht richtig zufrieden war: „Man kann ja nicht zufrieden sein, wenn man verloren hat.“ Wenn diese Leistung auch kommende Woche in Wattenscheid auf den Platz gebracht wird, sollten die Chancen aber gut stehen, danach einen zufriedenen Guerino Capretti zu sehen.

 

SC Verl: Klante – Ekallé (74. Sewing), Acquistapace, Schröder (79. V. Maier), Mikic – Kurzen, Schallenberg, Müller, Langemann – Haeder, Liehr (65. Brosowski).

Viktoria Köln: Patzler – Koronkiewicz, Willers, S. Maier, Lang – Wunderlich, Derflinger (80. Baumgärtl), Kreyer (87. Bunjaku), Saghiri, Wimmer (58. Backszat) – Holzweiler.

 

Tore: 0:1 Wunderlich (11.), 0:2 Wunderlich (24./Foulelfmeter), 1:2 Schröder (27./Handelfmeter), 1:3 Derflinger (54.), 2:3 B. Müller (90.+4)

Gelbe Karten: Kurzen, Acquistapace, Schröder, Schallenberg, B. Müller, Haeder – Willers, Saghiri

Rote Karte: Wunderlich (64./Tätlichkeit)

SC Verl

2 : 3

Viktoria Köln

Freitag, 26. Oktober 2018 · 19:00 Uhr

Regionalliga West · 15. Spieltag

Schiedsrichter: Florian Visse Assistenten: Waldemar Stor, Philip Dräger Zuschauer: 823

Startaufstellung

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