SPORTCLUB verpasst die Krönung einer guten Saison

SPORTCLUB verpasst die Krönung einer guten Saison

Die Erste 13.05.2018

0:4-Niederlage beim SV Rödinghausen

Die Krönung einer guten Saison hat der SC Verl verpasst: Im „Finale“ um die Qualifikation zum DFB-Pokal scheiterte der SPORTCLUB beim Konkurrenten SV Rödinghausen und kassierte eine deftige 0:4 (0:3)-Pleite. „Wir wurden für unsere Fehler eiskalt bestraft“, analysierte Guerino Capretti nach der Partie.

Dabei startete der SC Verl eigentlich gut. Der SV Rödinghausen überließ seinen Gästen weitestgehend die Spielgestaltung, lauerte auf Konter. Die Taktik hätte auch ins Auge gehen können, doch bekam Patrick Kurzen den Pass von Matthias Haeder nach wenigen Minuten nicht rechtzeitig unter Kontrolle. Bereits im Gegenzug offenbarte sich die Gefährlichkeit der Gastgeber im Konterspiel: Doch Robin Brüseke konnte in höchster Not gegen Marius Bülter klären.

Nach einer Viertelstunde nahmen beide Seiten etwas den Fuß vom Gas, Verl agierte in der Offensive etwas vorsichtiger, folglich kam Rödinghausen nicht mehr zu Kontern. Stattdessen erarbeitete sich der SPORTCLUB Chancen, doch der Schuss von Patrick Choroba geriet zu schwach, um den Keeper der Platzherren Niklas Heimann in Verlegenheit zu bringen. Kurz darauf versuchte es Kurzen, fand allerdings ebenfalls in Heimann seinen Meister.

Besser machte es der Gastgeber, und das gleich mit einem Doppelschlag. Schnelles Umschalten, die Abwehrreihen der Verler waren noch nicht ordentlich sortiert, so dass Kevin Lunga aus 18 Metern relativ unbedrängt schießen konnte. Mit einem feinen Schlenzer in den rechten Winkel ließ er Brüseke keine Chance (19.). Nur zwei Minuten später schepperte es erneut im Verler Kasten. Wieder Ballverlust, Julian Stöckner konnte den Angriff nur per Foul bremsen, was ihm eine gelbe Karte einbrachte. Doch aus 20 Metern jagte Bülter die Kugel in den linken Winkel; erneut hatte Brüseke keine Chance (21.).

„Diesen Rückstand, diesen Schlag haben wir einfach nicht mehr weggesteckt“, bilanzierte Capretti. „Und das 3:0 war dann unser Todesstoß.“ Das fiel wenige Minuten vor dem Pausenpfiff. Erneut traf Bülter, der kurz zuvor noch im Eins-gegen-Eins an Brüseke gescheitert war, nach einem Konter. Den Schuss des Stürmers fälschte der zurückgeeilte Kurzen zu allem Überfluss noch ab, was ihn für Brüseke unhaltbar machte (43.).

„Das war dann ganz, ganz schwierig, sich nochmal aufzubäumen. Ich habe zwar versucht, in der Halbzeit noch einen positiven Impuls zu setzen und auf zwei Stürmer umgestellt. Wenn wir es geschafft hätten, noch einmal früh den Anschluss zu erzielen, wäre vielleicht noch etwas möglich gewesen.“ Nico Hecker für Jan Lukas Liehr und Viktor Maier für „Matze“ Haeder sollten zusätzlich für frischen Wind sorgen. Doch kam der SPORTCLUB einfach nicht gefährlich vors Tor, die Distanzschüsse verfehlten das Ziel zumeist deutlich.

Stattdessen lauerte Rödinghausen tief gestaffelt auf Konter, die dann meist überfallartig die Verler Abwehr vor Probleme stellten. Fabian Kunze hätte eigentlich schon den Sack zumachen müssen, doch erneut war es der bärenstarke Brüseke, der mit einem Reflex einen höheren Rückstand verhinderte.

Als kurz darauf allerdings nach Ballverlust im Mittelfeld vier Gastgeber auf die beiden Innenverteidiger zustürmten, sich schön breit machten, im richtigen Moment Bülter auf der linken Angriffsflanke bedienten, hatte auch Brüseke keine Chance mehr und wurde per gefühlvollem Schlenzer überwunden (59.).

„Letztlich hat Rödinghausen verdient gewonnen, weil sie Qualität in der Offensive haben. Sie haben uns gezeigt, wie es geht. Andererseits habe ich so meine Mannschaft noch nie erlebt. Dass es schwer ist, sich bis zuletzt gegen eine Niederlage zu stemmen, okay, aber man darf sich nicht aufgeben. Das haben wir am Ende ein Stück weit gemacht, wir haben uns aufgegeben. Das passt nicht zu uns, das passt nicht zum SC Verl, das passt nicht zu der tollen Saison, die wir gespielt haben. Das war ein bisschen schade“, so Capretti.

Und wären die Gäste etwas konsequenter gewesen, oder Brüseke hätte nicht so gut gehalten, die Niederlage wäre deutlich ausgefallen. Die größte noch folgende Chance vergab Kunze, der von Bülter perfekt bedient wurde, freistehend aus etwa acht Metern allerdings den Ball in die Wolken jagte.

Wohl vom Frust verleitet hatte sich zudem noch Julian Stöckner die Ampelkarte eingefangen. Bereits vor der Pause mit Gelb verwarnt, bremste er den starken Kevin Lunga auf der rechten Außenbahn mit einem wuchtigen Check, wie man ihn aus dem Eishockey kennt. Schiedsrichter Selim Erk blieb keine andere Wahl, als „Stöcki“ vorzeitig zum Duschen zu schicken.

Doch auch, wenn es mit dem „Superabschluss“ für den SC Verl nicht geklappt hat, darf auf eine gute Saison zurückgeblickt werden. „Unser Ziel zu Saisonbeginn lautete einstelliger Tabellenplatz; das haben wir mit Platz acht geschafft. Das Spiel heute sollte das i-Tüpfelchen werden, doch es sollte nicht sein. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die einfach besser war“, so die sachliche Analyse von Trainer Capretti.

 

SV Rödinghausen: Heimann – Kacinoglu, Flottmann, Kalkan, Harder – L. Kunze, März, F. Kunze, Schlottke – Lunga, Bülter. Trainer:  Sebastian Block

SC Verl: Brüseke – Choroba, J. Schmidt, Stöckner, Sansar – B. Müller, Kurz – Kurzen, Haeder, Liehr – Marzullo. Trainer: Guerino Capretti

Tore: 1:0 Lunga (19.), 2:0 Bülter (21.), 3:0 Bülter (43.), 4:0 Bülter (59.).

 

Gelbe Karten: Kalkan, Flottmann, Lunga, F. Kunze – B. Müller, Kurzen

Gelb-Rote Karten: - Stöckner (73./wiederholtes Foulspiel)

Beste Spieler: Bülter, Lunga – Brüseke, Sansar

SV Rödinghausen

4 : 0

SC Verl

Sonntag, 13. Mai 2018 · 14:00 Uhr

Regionalliga West · 34. Spieltag

Schiedsrichter: Selim Erk Assistenten: Patrick Holz, Tim Zahnhausen Zuschauer: 1457

Startaufstellung

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