Bittere 1:5-Pleite gegen Wuppertal

Bittere 1:5-Pleite gegen Wuppertal

Die Erste 09.09.2017

Komplettausfall in der zweiten Halbzeit

„Wenn du bei so einem Ergebnis was Positives sagst, da wirst du doch nur belächelt“, sagte Raimund Bertels, 1. Vorsitzender des SC Verl, nach der bitteren 1:5 (1:1)-Pleite des SPORTCLUB beim Wuppertaler SV am 7. Spieltag der Regionalliga West. Wenn aber auch der Trainer der siegreichen Gastgeber Stefan Vollmerhausen im Anschluss davon spricht, dass seine Mannschaft „in der ersten Hälfte gegen den Ball vorgeführt wurde“, hat beim SC Verl doch einiges funktioniert.

Auch Trainer Guerino Capretti, dem das Resultat sichtbar zusetzte, analysierte treffend: „Wir haben das in der ersten Hälfte gut gemacht, leider wie so oft zu viele Chancen gebraucht.“ Dabei hätte die relativ frühe Führung durch Cihan Özkara, der einen Abpraller nach einem Schuss von Cinar Sansar mit links ins linke Eck drosch (14.), doch endlich Sicherheit geben sollen.

Tatsächlich drückte Verl die Hausherren im altehrwürdigen Stadion am Zoo vor 1.766 Zuschauern weiter tief in die Defensive. Özkara, Patrick Kurzen, Patrick Chroroba und Viktor Maier hatten Chancen, doch wurde der Ball einfach nicht über die Linie gebracht – zumindest nicht regulär. Einem Treffer nach einer Ecke verweigerte Schiedsrichter Jonas Seeland die Anerkennung, weil der Ball zuvor die Torauslinie überschritten haben soll. Vor allem Maier hätte man in der einen oder anderen Situation etwas mehr Zug zum Tor gewünscht, etwas mehr Selbstvertrauen, einfach mal draufzuhalten.

Wuppertal kam eigentlich nur zu wenigen Möglichkeiten. Meist hatten diese ihren Ursprung in Leichtsinnsfehlern der Verler Abwehr. Doch richtig große Gefahr kam eigentlich nicht vor Robin Brüseke auf. Aber mit dem ersten ordentlich vorgetragenen Angriff der Wuppertaler konnte Christopher Kramer nach einer genauen Flanke von rechts zum Ausgleich einköpfen.

„Letztlich sind wir etwas glücklich mit 1:1 in die Pause gegangen“, gestand WSV-Trainer Vollmerhausen. Zumal Sansar noch mit einem guten Kopfball nach Choroba-Flanke WSV-Keeper Sebastian Wickl zur Glanztat zwang, Kurzen einen strammen Schuss an den Außenpfosten jagte und auch Özkara Wickl noch einmal prüfte. Erst in der Nachspielzeit konnte sich dann auch Brüseke zweimal auszeichnen.

So war die grundsätzliche Stimmung beim SPORTCLUB in der Pause auch zuversichtlich. Man war wieder das bessere Team, allerdings menetekelte Team-Manager Horst „Lani“ Lakämper bereits: „Auf Grund der Vielzahl an Torchancen müssen wir hier eigentlich klar führen. Hoffentlich rächt sich das nicht.“

Zunächst sah es aus, als würde alles weiterlaufen wie bisher. Zwar hatte WSV-Kapitän nach Unachtsamkeit in der Verler Defensive die erste große Chance, doch sein Schuss landete am langen Lattenkreuz. Anschließend hatte der SPORTCLUB wieder das Heft in der Hand. Doch nach einem Foul unweit des Wuppertaler Strafraums schaltete der Gastgeber gut um. Eingeleitet mit einem schnell ausgeführten diagonalen Freistoß auf Silvio Pagano, der bis auf Höhe des Strafraums marschierte und mit einer perfekten Flanke André Mandt bediente, der die Führung erzielte (57.).

Das war der erste Wirkungstreffer gegen den SPORTCLUB. Keine zwei Minuten später war das Glück auf Verler Seite, denn fünf Zentimeter tiefer, und der Schuss von Kevin Hagemann wäre statt am Gebälk im Netz gelandet. Kurz darauf machte er es besser, als er eine Flanke von Geatano Manno zum 3:1 versenkte (67.). Danach lief beim SC Verl nicht mehr viel zusammen. „Nach dem 3:1 waren wir geschockt, da haben wir kaum noch Gegenwehr gezeigt, waren viel zu naiv“, analysierte Capretti. So durften sich Manno und Gino Windmüller auch noch in die Torschützenlisten eintragen.

So hatte Capretti die bittere Aufgabe, anschließend die Wuppertaler zu loben: „Die haben uns gezeigt, was Effizienz ist. Unser großes Manko ist die Chancenverwertung.“ Bertels gestand, es sei schwierig, die Partie sofort zu analysieren. „Eine Nacht drüber schlafen lassen und dann mit etwas Abstand darüber reden.“ Auch wenn er bestätigt, dass der SPORTCLUB guten Fußball spielt, „irgendwann müssen auch die Ergebnisse passen. Sonst fängt die Mannschaft auch an zu zweifeln. Lieber einmal schlecht spielen und dafür gewinnen.“

Wuppertaler SV – SC Verl 5:1 (1:1)

Wuppertaler SV: Wickl - Pagano, Duschke (21. Steinmetz), Schmetz, Heidemann - Windmüller, Mandt, Manno (73. Wirtz), Grebe, Hagemann – Kramer (80. Dowidat).

SC Verl: Brüseke – Choroba, Schmidt, Schröder, Sansar – Mikic (70. Muhovic), Müller – Kurzen (87. Großeschallau), Maier, Liehr – Özkara.

Tore: 0:1 Özkara (14.), :1 Kramer (31.), 2:1 Mandt (57.), 3:1 Hagemann (67.), 4:1 Manno (71.), 5:1 Windmüller (78.).

Gelbe Karten: Grebe - Liehr 

Wuppertaler SV

5 : 1

SC Verl

Samstag, 9. September 2017 · 14:00 Uhr

Regionalliga West · 07. Spieltag

Schiedsrichter: Jonas Seeland Zuschauer: 1766

Startaufstellung